Über die Aneignung alter städtebaulicher Hüllen durch neue Gesellschaftsformen

by Foth, Karsten

GRIN Verlag | August 19, 2013 | Kobo Edition (eBook) | German

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Ein wesentlicher Bestandteil der Stadt- und Regionalplanung ist der Umgang mit dem Städtebau und den jeweiligen Stadtstrukturen. Dies gilt sowohl für die bereits vorhandene Substanz als auch für die Konzeption neu zu erschließender Gebiete. In den meisten Fällen sind diese baulichen Hüllen langlebiger als die Gesellschaftsform, in der sie entstanden sind. So existieren heute Gebäudetypologien und Stadtgrundrisse, die unterschiedlichste soziale und politische Wurzeln haben, nun aber von der jetzigen Bevölkerung z.T. zweckentfremdend genutzt werden. Man wohnt in Gründerzeitquartieren, arbeitet in Bürobauten der Postmoderne oder modernisierten Fabrikkomplexen aus der Zeit der Industrialisierung, erholt sich in Parkanlagen des Barock, nutzt die Infrastruktur aus den 20er Jahren und geht ins Konzert in einen Saal aus den 60er Jahren. Gerade in Europa gab es geschichtlich mannigfaltige Veränderungen - auch und gerade in der Anlage von Städten und ihren Nutzungsstrukturen. Nicht ohne Grund wird in letzter Zeit soviel Betonung auf den Begriff der 'Europäischen Stadt' gelegt und auf ihre Vorzüge und die geschichtlichen Hintergründe verwiesen.
Der Soziologe Walter Siebel meint mit Blick auf die Phasen des Überganges, dass 'Urbanität dort am größten ist, wo neue Gesellschaftsformen alte 'Hüllen' bevölkern'. Er fügt dann das Ruhrgebiet oder die Spandauer Vorstadt in der Nachwendezeit als Beispiele an. Sehr interessant dürfte dahingehend die Auseinandersetzung mit osteuropäischen Metropolen wie Moskau oder Budapest sein - welche Effekte sich beim Aufeinandertreffen zweier unterschiedlicher Systeme bilden und wie die kommunistische Hülle die neuen Funktionen erfüllen kann?

Format: Kobo Edition (eBook)

Published: August 19, 2013

Publisher: GRIN Verlag

Language: German

The following ISBNs are associated with this title:

ISBN - 10: 363823357X

ISBN - 13: 9783638233576

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Über die Aneignung alter städtebaulicher Hüllen durch neue Gesellschaftsformen

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Ein wesentlicher Bestandteil der Stadt- und Regionalplanung ist der Umgang mit dem Städtebau und den jeweiligen Stadtstrukturen. Dies gilt sowohl für die bereits vorhandene Substanz als auch für die Konzeption neu zu erschließender Gebiete. In den meisten Fällen sind diese baulichen Hüllen langlebiger als die Gesellschaftsform, in der sie entstanden sind. So existieren heute Gebäudetypologien und Stadtgrundrisse, die unterschiedlichste soziale und politische Wurzeln haben, nun aber von der jetzigen Bevölkerung z.T. zweckentfremdend genutzt werden. Man wohnt in Gründerzeitquartieren, arbeitet in Bürobauten der Postmoderne oder modernisierten Fabrikkomplexen aus der Zeit der Industrialisierung, erholt sich in Parkanlagen des Barock, nutzt die Infrastruktur aus den 20er Jahren und geht ins Konzert in einen Saal aus den 60er Jahren. Gerade in Europa gab es geschichtlich mannigfaltige Veränderungen - auch und gerade in der Anlage von Städten und ihren Nutzungsstrukturen. Nicht ohne Grund wird in letzter Zeit soviel Betonung auf den Begriff der 'Europäischen Stadt' gelegt und auf ihre Vorzüge und die geschichtlichen Hintergründe verwiesen.
Der Soziologe Walter Siebel meint mit Blick auf die Phasen des Überganges, dass 'Urbanität dort am größten ist, wo neue Gesellschaftsformen alte 'Hüllen' bevölkern'. Er fügt dann das Ruhrgebiet oder die Spandauer Vorstadt in der Nachwendezeit als Beispiele an. Sehr interessant dürfte dahingehend die Auseinandersetzung mit osteuropäischen Metropolen wie Moskau oder Budapest sein - welche Effekte sich beim Aufeinandertreffen zweier unterschiedlicher Systeme bilden und wie die kommunistische Hülle die neuen Funktionen erfüllen kann?
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